Tauchen Sie ein in die Küchen und Haushalte aus drei Jahrhunderten und unterstützen Sie uns bei der Transkription unserer handgeschriebenen Kochbücher.
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Durch Ihre Mithilfe werden im Rahmen dieser Crowdsourcing-Aktion unsere handgeschriebenen Kochbücher für alle lesbar.
44 handgeschriebene Kochbücher mit über 7.700 Seiten sollen online transkribiert, geprüft und verschlagwortet werden. Die Dokumente geben Einblicke in historische Alltagspraktiken, Ernährungsformen und kulinarisches Wissen des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Sobald die Arbeit abgeschlossen ist, stehen alle transkribierten Rezepte nach Schlagworten sortierbar (Pasteten, Mehl- und Süßspeisen, Vegetarisch etc.) der Öffentlichkeit zur Verfügung – für Forschungszwecke oder Kochversuche!
Die handgeschriebenen Kochbücher aus der Sammlung des Wien Museums vermitteln historische Ernährungs- und Konsumgewohnheiten, insbesondere der Mittel- und Oberschichten. Anders als gedruckte Kochbücher, die sich an ein breites Publikum wenden, sind sie stärker an die persönlichen Verhältnisse und individuellen Geschmacksvorlieben angepasst, repräsentieren aber dennoch die jeweiligen zeit- und regionalspezifischen Speisen. So verweisen etwa die zahlreichen Krebs- und Schneckenrezepte auf ein gutes einschlägiges Marktangebot ebenso wie auf die katholischen Fastenvorschriften.
Verfasst wurden die handschriftlichen Kochbücher meist von Haushaltsköchinnen, Hausfrauen und Hauswirtschaftsschülerinnen. Entsprechend der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung lag die häusliche Küche üblicherweise in der Verantwortung von Frauen, ihre Rezepte vererbten sie oft auf der weiblichen Linie weiter. Die Rezeptsammlungen stammen aus Wien und aus anderen österreichischen Ländern und Regionen.
Manche wurden über einen längeren Zeitraum von verschiedenen Personen erstellt, manche auch durch Rezepte auf beigelegten Zetteln ergänzt. Ein Großteil der Kochbücher gelangte über den Nachlass des populären Radio- und Fernsehkochs Franz Ruhm (1896–1966) an das Museum: Er sammelte historische Rezepte aus fachlichem Interesse heraus und bekam sie häufig auch von seinen Fans geschenkt oder zum Kauf angeboten.