Crowdsourcing _
Was ist Crowdsourcing?

Crowdsourcing bezeichnet die Auslagerung (Outsourcing) von Aufgaben, die traditionell innerhalb einer Organisation erledigt werden, an eine Gruppe interessierter Menschen (crowd – englisch für Menschenmenge) auf freiwilliger Basis. Crowdsourcing ermöglicht völlig neue Wege des Wissenstransfers zwischen Institutionen und der Öffentlichkeit.

Warum gibt es diese Crowdsourcing-Aktion?

Das Ziel dieser Crowdsourcing-Aktion ist es, einen Bestand des Wien Museums, der bislang (nicht zuletzt aufgrund der oft schwer lesbaren, individuellen Handschriften und der heute nicht mehr verwendeten Kurrentschrift) nur teilweise erschlossen ist, durch interessierte Personen bearbeiten zu lassen, um ihn danach besser verfügbar zu machen.

An wen richtet sich diese Crowdsourcing-Aktion?

Die Initiative richtet sich an all jene, die aktiv an der Erschließung des historischen Bestands mitarbeiten möchten. Teilweise sind Kurrentkenntnisse notwendig. Die Webseite ist darüber hinaus auch für Personen gedacht, die die Bestände einfach ansehen und durchsuchen möchten.

Warum setzen wir auf Crowdsourcing und machen das nicht mit KI?

Für die Transkription dieser historischen Quellen haben wir uns gegen den Einsatz künstlicher Intelligenz entschieden und setzen stattdessen auf die Beteiligung von Ehrenamtlichen. Historische Handschriften sind oft schwer leserlich, voller Eigenheiten und sprachlicher Besonderheiten. Menschen bringen hier das nötige Feingefühl, Kontextverständnis und Interesse mit, um diese Quellen sorgfältig und verantwortungsvoll zu übertragen.

Wir verstehen Transkription auch nicht als rein technische Aufgabe, sondern als Möglichkeit zur aktiven Teilhabe an Geschichte. Wer mitmacht, wird Teil des Projekts – und Teil eines lebendigen Austauschs über unser gemeinsames kulturelles Erbe – in diesem Fall historischer Kochkultur. Und das macht Freude!

Um welche Kochbücher handelt es sich?

Die 44 handgeschriebenen Kochbücher stammen aus der Sammlung des Wien Museums. Verfasst wurden die Kochbücher meist von Haushaltsköchinnen, Hausfrauen und Hauswirtschaftsschülerinnen. Entsprechend der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung lag die häusliche Küche üblicherweise in der Verantwortung von Frauen, ihre Rezepte vererbten sie oft auf der weiblichen Linie weiter. Die Rezeptsammlungen stammen aus Wien und aus anderen österreichischen Ländern und Regionen. Manche wurden über einen längeren Zeitraum von verschiedenen Personen erstellt, manche auch durch Rezepte auf beigelegten Zetteln ergänzt. Ein Großteil der Kochbücher gelangte über den Nachlass des populären Radio- und Fernsehkochs Franz Ruhm (1896–1966) an das Museum: Er sammelte historische Rezepte aus fachlichem Interesse heraus und bekam sie häufig auch von seinen Fans geschenkt oder zum Kauf angeboten.

Warum fehlen Seiten?

Die Kochbücher wurden inklusive aller eingelegter Zettel digitalisiert. Für das Crowdsourcing-Projekt wurden dann jene Digitalisate entfernt, auf denen z.B. gedruckte Rezepte aus bereits publizierten Kochbüchern eingeklebt sind. Die Seitenzahlen wurden aber beibehalten und sind deshalb nicht immer fortlaufend. Die Gesamtanzahl der Seiten bezieht sich nur auf die Digitalisate im Projekt. Dadurch ergeben sich Seitenzahlen wie „Seite 553/309“. Die Seite 1 fehlt immer, da das Deckblatt zweimal digitalisiert wurde, aber nur die zweite Version (ohne Farbkeil und Maßstab) für das Projekt relevant ist.

Was kann ich mit den Kochbüchern und Rezepten machen?

Sie können die Kochbücher transkribieren und nach Rezepten strukturieren. Sie können Transkriptionen anderer Beiträger:innen prüfen und verbessern. Und Sie können in den fertig erfassten Rezepten stöbern oder sie nachkochen.

Kann ich die Texte/Rezepte weiterverwenden?

Die zur Transkription zur Verfügung gestellten Kochbücher stammen aus der Sammlung des Wien Museums. Für private Zwecke können Sie die transkribierten Rezepte gerne nutzen! Für andere Weiternutzungen bitten wir Sie, uns zu kontaktieren: crowdsourcing@wienmuseum.at

Wie kann ich ein Rezept teilen?

Fertig erfasste Rezepte können im Bereich „Stöbern“ gesucht und im Anschluss als PDF heruntergeladen und geteilt werden.

Was ist Transkribieren?

Einen Text transkribieren heißt, ihn in lesbarer Form abzuschreiben. Unsere Regeln für das Transkribieren finden Sie auf der Seite Transkriptionsregeln.

Welche Rechtschreibung soll zur Anwendung kommen?

Die Kochbücher sollen in der Originalrechtschreibung und Originalschreibweise transkribiert werden. Unleserliche Worte werden als „[…]“ übertragen. Im Original vorliegende Rechtschreibfehler und Abkürzungen sollen nicht ergänzt bzw. korrigiert werden, da sie auch über soziale Herkunft und Bildungsgrad der Verfasser:innen etwas aussagen. Jede neue Zeile im Original soll auch mit einer neuen Zeile (Entertaste) in der Abschrift beginnen. Detaillierte Transkriptionsregeln finden Sie auf der Seite Transkriptionsregeln.

„Bereits in Bearbeitung“: Warum können manche Seiten nicht transkribiert werden?

Manche Seiten können eventuell nicht auf einmal erfasst werden. Alle Beiträger:innen haben die Möglichkeit, bis zu fünf Seiten für maximal sieben Tage zu reservieren, um später an der Erfassung weiterzuarbeiten. Sollten Sie es nicht schaffen, eine reservierte Seite innerhalb von sieben Tagen zu bearbeiten, wird die Seite zur weiteren Erfassung für andere Beiträger:innen freigegeben.

Wie oft wird eine Seite geprüft?

Wenn eine Seite von anderen Beiträger:innen dreimal geprüft und als korrekt bestätigt wurde, ist das Erfassen abgeschlossen und die Seite mit den darauf erfassten Rezepten steht zum Lesen zur Verfügung. Wenn Sie in einer Transkription Fehler entdecken, verbessern Sie den Text und erstellen eine neue Version, die wiederum geprüft werden kann und erst nach dreimaliger Bestätigung als korrekt ausgewiesen wird.

Was mache ich, wenn ich einen Fehler in einem Beitrag gefunden habe?

Stoßen Sie bei der Aufgabe „Prüfen“ auf einen Fehler, korrigieren Sie ihn bitte und erstellen so nach dem Speichern eine neue Version.

Wie kann ich einen Kommentar hinzufügen?

Einen Kommentar können Sie im Erfassungsmodus hinzufügen, indem Sie rechts unten auf „Kommentar hinzufügen“ klicken.

Dadurch ist es möglich, anderen Beiträger*innen etwas mitzuteilen, falls es z. B. Unklarheiten bei der Erfassung gibt.

Wurde zu einer Seite ein Kommentar abgegeben, erkennen Sie das am Sprechblasen-Symbol neben den Informationen zur Seite (Erstellt von ...). Mit einem Klick auf die Sprechblase können Sie den Kommentar lesen.

Prüfen Mitarbeiter:innen im Wien Museum die Beiträge?

Nein. Die Qualitätskontrolle der Transkriptionen ist eine Aufgabe, die einen zentralen Bestandteil jeder Crowdsourcing-Aktion darstellt und von den Beiträger:innen übernommen wird. Dies entspricht dem Verständnis von Crowdsourcing, bei dem Beiträger:innen Verantwortung für sich und andere übernehmen und so wesentlich zum Gelingen einer Aktion beitragen.

Ich möchte etwas nachkochen, kenne aber manche Ausdrücke nicht. Wo kann ich recherchieren?

Dieses Glossar wurde im Rahmen des Interreg Projekts „Kulinarisches Erbe“ erstellt und uns freundlicherweise für Recherchezwecke im Rahmen des Crowdsourcing Projekts zur Verfügung gestellt. Küchensprache war früher sehr viel stärker regional und zeitlich ausdifferenziert und nicht alle Ausdrücke aus den 44 Kochbüchern werden sich hier finden lassen. Dennoch ist es eine sehr gute auf der Basis mehrerer Quellen erstellte Recherchegrundlage.

Ich möchte etwas nachkochen, verstehe die historischen Maßangaben aber nicht. Wo kann ich recherchieren?

Hier im Wien Geschichte Wiki finden Sie einige Umrechnungsformeln für historische Maßangaben.

Eventuell ist in dem Zusammenhang auch der Kaufkraftrechner im Wien Geschichte Wiki interessant: Der Kaufkraftrechner drückt für Wien aus, wie viel man für einen bestimmten Geldbetrag in einem bestimmten Jahr kaufen konnte und wie lange man dafür arbeiten musste.

Ich habe selbst ein historisches handgeschriebenes Kochbuch mit Bezug zu Wien, das ich einer öffentlichen Sammlung übergeben möchte. Was kann ich tun?

Die stetige Erweiterung und Ergänzung aller Sammlungsbereiche sind Kernaufgaben des Wien Museums. Viele essenzielle Objekte dokumentieren die Geschichte der Stadt und gelangen über Schenkung in die stetig wachsende Sammlung. Die Wienbibliothek im Rathaus ist jedoch jene Institution, die den Schwerpunkt auf das Sammeln von Büchern, Druck- und Handschriften legt. Das Wien Museum sammelt sie nur in bestimmten Ausnahmefällen. Wir freuen uns in jedem Fall über Ihre Kontaktaufnahme: crowdsourcing@wienmuseum.at oder crowdsourcing@wienbibliothek.at.

Wie wird das Ranking erstellt?

Das Ranking der Beiträger:innen basiert auf der Zählung von Beiträgen zum Erfassen der Seiten und von Bestätigungen fertig transkribierter Seiten. Für jede Seite, an der (mit)transkribiert wurde, bekommen die Beiträger:innen einen Punkt. Für jede Bestätigung einer Version bekommen die Beiträger:innen einen Punkt. Die Punkte für Transkriptionen und Bestätigungen werden zusammengezählt, allerdings getrennt angezeigt.

Was passiert mit den Transkriptionen?

Die transkribierten Texte werden nach Projektende in die Museumsdatenbank des Wien Museums übernommen. Dort werden sie langfristig gesichert und durchsuchbar gemacht. Nach rechtlicher Möglichkeit veröffentlichen wir alle unsere digitalisierten Objekte inklusive ihrer Transkription auch auf unserer Online Sammlung

Was brauche ich, um ein Benutzer:innen-Konto anzulegen?

Sie brauchen eine E-Mail-Adresse, an die wir Ihnen einen Aktivierungslink schicken. Gleichzeitig wählen Sie Ihren öffentlich sichtbaren Benutzer:innen-Namen und Ihr Passwort.

Wie kann ich mein Konto löschen?

Wenn Sie Ihr Konto löschen wollen, kontaktieren Sie uns bitte unter: crowdsourcing@wienmusem.at. Ihre Beiträge bleiben erhalten.

Wie kann ich bei Fragen Kontakt aufnehmen?

Bei Fragen zur Crowdsourcing-Aktion des Wien Museums kontaktieren Sie uns gerne unter: crowdsourcing@wienmuseum.at.

Wie kann ich die Benachrichtigungen ausschalten?

Ob oder welche Benachrichtigungen Sie erhalten, können Sie individuell im Profil unter dem Reiter „Einstellungen“ auswählen. Sie erhalten Benachrichtigungen ausschließlich in Ihrem Crowdsourcing-Profil online und nicht als E-Mail.